Über Indien

Indien als unitären Staat zu verstehen wird dem riesigen Land nicht gerecht. Das eine Indien existiert nicht, vielmehr kann es als ein Europa in Südasien verstanden werden – mit vielen verschiedenen Kulturen und Brauchtümern. Indien besteht aus 29 Bundesstaaten, von denen viele sogar innerhalb ihrer Grenzen eine große Vielfalt verschiedener Kulturen aufweisen. In Indien gibt es neun verschiedene Hauptreligionen, 23 anerkannte Sprachen und eine große Vielfalt an verschiedenen regionalen Tänzen, Musik, Essen, Architektur usw.

Trotz dieser Vielfalt sind die indischen Staaten in der größten Demokratie, die die Welt bisher gesehen hat, vereint. In Indien leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen; 814 Millionen Menschen waren bei der letzten Bundeswahl wahlberechtigt - fast doppelt so viele Menschen wie die gesamte europäische Bevölkerung. Indien ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein Superlativ: Indien ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Dies kann zurückgeführt werden auf eine große arbeitende Bevölkerung, die niedrigen Löhne und die jüngsten Reformen.

Indiens Anziehungskraft beruht jedoch nicht nur auf kulturellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch auf von der Natur geschaffenen Spektakeln. Mit Naturdenkmälern wie dem Himalaya, dem Ganges, den vielen Wäldern (z.B. dem Shola Wald oder den Bhitarkanika Mangroven), aber auch seinen Wüsten (z.B. die Sanddünen von Jaisalmer) ist Indien wohl ein Land, mit einer der größten Biodiversitäten weltweit. Indien ist schließlich ein Subkontinent!

Keine Frage: Nach Indien zu reisen ist ein Abenteuer. Aber das sollte einen nicht davon abhalten, eine Reise zu wagen! Wir haben zehn Tipps zusammengestellt, die auf Indien vorbereiten und bei einer Reise behilflich sein werden.

10 Dinge, die bei einer Reise nach Indien beachtet werden sollten:

  1. Stabiler Magen - Das indische Essen ist unglaublich! Jedes Gericht wird mit so vielen Gewürzen zubereitet, dass der Genuss indischer Speisen eine sehr wertvolle und einzigartige kulinarische Erfahrung ist. Auch wenn es etwas dauern kann, bis man sich an die Schärfe gewöhnt hat, so lohnt sich dieser Aufwand dennoch allemal. Wer sich die Zeit nimmt, sich mit dem indischen Essen vertraut zu machen, wer darauf achtet, nur Durchgekochtes oder Geschältes zu essen, der wird große Freude an der indischen Küche finden.
     
  2. Starke Durchsetzungskraft - Wenn man in Indien zu Freunden nach Hause eingeladen wird, wird man dort oftmals wie ein kleiner König oder eine kleine Königin behandelt. Man bekommt viel zu essen und zu trinken und wird mit Geschenken überhäuft. Aber so gastfreundlich die Freunde sind, so sehr mag man irritiert sein, wenn man sich im indischen Verkehr bewegt. Sobald man in einen Bus oder Zug einsteigen möchte, ist Zurückhaltung eine Tugend, die man ablegen sollte. Sowohl im Privaten den dritten Teller Essen abzulehnen, als auch im öffentlichen Raum nicht dem wegfahrenden Bus hinterherschauen zu müssen, verlangt eine gesunde Menge an Durchsetzungsvermögen, aber niemals die Aufgabe von Freundlichkeit!

  3. Weniger Privatsphäre - Indien ist ein extrem dich bevölkerter Staat, und einige Teile des Landes gehören zu den Orten mit den höchsten Bevölkerungsdichten der Welt. Das macht Privatsphäre manchmal zu einem seltenen Gut. Selbst wenn man es schafft, ein Zimmer für sich selbst zu haben, sollte man bedenken, dass der Hausmeister immer reinkommen könnte, um etwas zu reparieren oder zu säubern. Ähnliches gilt in der Öffentlichkeit: Durch die hohe Dichte von Menschen und der menschlichen Neugier ist es manchmal unmöglich, eine Nachricht zu schreiben oder einen Anruf in der Öffentlichkeit zu tätigen, ohne dass mehrere Personen mitlesen oder mithören. Es braucht einige Zeit, um sich an die Menge der Menschen in den großen Städten zu gewöhnen. Sobald man allerdings einige Zeit dort verbracht hat, lernt man auch diese Umstände zu schätzen.
     
  4. Essgewohnheiten - Das Essen mit den Fingern erscheint ziemlich seltsam, wenn man noch in Europa ist, aber sobald man sich in Indien aufhält, kommt es einem wie die normalste Sache der Welt vor. Die meisten Gerichte hier werden zubereitet, um sie mit der Hand zu essen. Am besten lässt man sich dich richtige Technik von indischen Freunden zeigen oder beobachtet einfach andere beim Essen. In kürzester Zeit hat man die Technik raus. Das Beste daran: Man hat lange etwas vom Essen, denn der Geruch und die Farbe der meisten Gerichte bleiben lange nach dem Essen an den Händen!
     
  5. Gehen auf dem Bürgersteig vs. Gehen auf der Straße - Bürgersteige in Indien sind ein Vorschlag und kein Muss. Manchmal sind die Bürgersteige zu dreckig, oder kleine Hütten sind auf ihnen gebaut, sodass man oft auf den Straßen gehen muss. Man muss keine große Angst davor haben, auf der Straße zu gehen, die Autofahrer passen zumeist gut auf. Allerdings sollte man keine zu plötzlichen und unerwarteten Bewegungen machen.

Einige konkrete, "materialistische" Ratschläge

  1. Plastiktüten - Besonders während der Regentage, aber auch während der Trockenzeit, ist es ratsam, einige gut versiegelbare Plastiktüten mitzubringen. Sie sollten so gut verarbeitet sein, dass z.B. das Handy, ohne es aus der Plastiktüte nehmen zu müssen, genutzt werden kann. So sind die technischen Gegenstände davor geschützt, nass oder staubig zu werden!

  2. Sonnencreme - Die indische Sonne kann heiß und unnachgiebig sein. Wenn man helle oder empfindliche Haut hat, wird man höchstwahrscheinlich Probleme damit bekommen. Einen Sonnenbrand bekommt man schneller, als man denkt. Also, Sonnencreme nicht vergessen!
     
  3. Ohrstöpsel - Indien ist schön, aber Indien ist auch laut. Sei es das schier endlose Hupen der Autos auf den Straßen, die laute Musik in jedem Restaurant oder in den Bars, oder einfach die Nachbarn, die ihr Leben genießen. Man muss vorbereitet sein - mental und physisch - mit Ohrstöpseln!
     
  4. Wasserfeste Schuhe - Wenn der Monsun kommt, kann der heftige Regen innerhalb von Sekunden beginnen, ohne dass die Zeit bleibt, einen Regenschirm oder eine Regenjacke herauszunehmen – oder der Schauer ist schon wieder vorbei, wenn man den Regenschirm aufgeklappt bzw. die Regenjacke ausgepackt hat. Also sollte man mit den richtigen Klamotten vorbereitet sein. Zu den Dingen, die das Leben in der indischen Regenzeit wesentlich komfortabler machen, gehören wasserfeste Sandalen: Das Wasser fließt rein, aber auch ebenso schnell wieder raus. Und die Fußdusche erhält man gratis dazu, so kann der Regen kommen!
     
  5. Insektenschutzmittel – Moskitos in Indien sind klein und geräuschlos. Man kann sie weder sehen noch hören, aber ihre Stiche jucken wie die aller Mücken. Zudem können sie auch einige unangenehme Krankheiten übertrage. Vorsicht ist besser als Nachsicht: Man sollte Insektenschutzmittel verwenden! Eine andere Möglichkeit sind Räucherstäbchen. Durch sie lassen sich nicht nur Moskitos fern halten, sondern gleichzeitig auch ein Teil indischer Kultur genießen!

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